Cohen, Hermann

Geb.4.7. 1842 in Coswig (Fürstentum Anhalt-Zerbst), gest. 4.4.1918 in Berlin. Philosoph, Mitbegründer des Neukantianismus.

Cohen, der einer Lehrer-Kantoren-Familie entstammte, absolvierte nach dem Gymasium in Breslau das Jüdisch-Theologische Seminar ebendort und trat 1871 mit seiner ersten, Aufmerksamkeit erregenden Studie Kants Theorie der Erfahrung in Erscheinung. Nach abgelegter Habilitation und Tod seines Lehrers F.A. Lange, bei dem er sich 1873 habilitiert hatte, folgte er auf dessen Lehrstuhl an der Univ. Marburg nach, wo er in der Folge zum Mitbegründer des Neukantianismus, gem.mit Paul Natorp, wurde und zahlreiche einschlägige Studien, u.a. Kants Begründung der Aesthetik (1889) vorlegte. Nach seiner Emeritierung 1912 übersiedelte er nach Berlin, wo er an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums weiter wirkte und u.a. in Franz Rosenzweig einen Schüler fand.

Materialien und Quellen:

Eintrag auf: Stanford Encyclopedia of Philosophy: https://plato.stanford.edu/entries/cohen/; Hermann Cohen-Gesellschaft: http://www.hermann-cohen-gesellschaft.org/.

Sebastian Wogenstein: Horizonte der Moderne: Tragödie und Judentum von Cohen bis Lévinas. Heidelberg 2011; Frederick C. Beiser: Hermann Cohen – An Intellectual Biography. Oxford, Oxford University Press 2018; Eveline Goodmann-Thau, George Y. Kohler (Hgg.): Nationalismus und Religion – Zu Hermann Cohens 100. Todestag. Heidelberg 2019; Hans Martin Dober: Cohen-Studien im Horizont von Religion und Theologie. Würzburg 2022

(in preparation)