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ADLER, JESSA: JUDENFRAGE – FRAUENFRAGE

Es mag auf den ersten Blick befremden, diese zwei Fragen nebeneinander gestellt zu sehen: doch scheinen sie mir mehr als ein Gemeinsames zu haben. Zu mindest handelt es sich in beiden Fällen um einen Kampf, einen Kampf mit ungleichen Waffen gegen einen stärkeren, mächtigeren Feind. […]
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AICHINGER, ILSE: DAS VIERTE TOR

Es mag auf den ersten Blick befremden, diese zwei Fragen nebeneinander gestellt zu sehen: doch scheinen sie mir mehr als ein Gemeinsames zu haben. Zu mindest handelt es sich in beiden Fällen um einen Kampf, einen Kampf mit ungleichen Waffen gegen einen stärkeren, mächtigeren Feind. […]
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ANONYM: AUFRUF: DAS MARTYRIUM DER URKAINISCHEN JUDEN. AUFRUF AN DIE ÖSTERREICHISCHE JUDENSCHAFT.

Es gab mehrere stolze Leute in der Gasse, in der ich Lehrer war. Stolz war Awrom Geier auf seinen großen Schnurbart und seine rothe Nase, die ihm ein magyarisches Aussehen gaben; stolz war Mardche Schilak auf seine Töchter, die in einem Pester Pensionat waren und mit einem clavier nach Hause kamen, das man in der Gasse noch nie gesehen hatte; stolz war Scheie Kallop auf sein Renommé als bester Franzefuß-Spieler in der ganzen Gegend; einen stolzeren Menschen jedoch gab es weit und breit nicht, als Schie Leb. […]
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ANONYM: DIE NEUEN STAATEN UND DIE JUDENFRAGE

Es gab mehrere stolze Leute in der Gasse, in der ich Lehrer war. Stolz war Awrom Geier auf seinen großen Schnurbart und seine rothe Nase, die ihm ein magyarisches Aussehen gaben; stolz war Mardche Schilak auf seine Töchter, die in einem Pester Pensionat waren und mit einem clavier nach Hause kamen, das man in der Gasse noch nie gesehen hatte; stolz war Scheie Kallop auf sein Renommé als bester Franzefuß-Spieler in der ganzen Gegend; einen stolzeren Menschen jedoch gab es weit und breit nicht, als Schie Leb. […]
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ANONYM: SCHIE LEB. EINE FEDERZEICHNUNG

Es gab mehrere stolze Leute in der Gasse, in der ich Lehrer war. Stolz war Awrom Geier auf seinen großen Schnurbart und seine rothe Nase, die ihm ein magyarisches Aussehen gaben; stolz war Mardche Schilak auf seine Töchter, die in einem Pester Pensionat waren und mit einem clavier nach Hause kamen, das man in der Gasse noch nie gesehen hatte; stolz war Scheie Kallop auf sein Renommé als bester Franzefuß-Spieler in der ganzen Gegend; einen stolzeren Menschen jedoch gab es weit und breit nicht, als Schie Leb. […]
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AUTOR*IN UNBEKANNT: DIE JUDENFRAGE IM OSTEN

Unter dem Waffengetöse schwiegen nicht nur die Musen, sondern auch die diversen Judenfragen, soweit für solche noch ein Boden in Europa vorhanden ist. Von der Zivilisation und der siegenden Idee eines Rechtsstaates verdrängt, fand die Judenfrage nur noch im Osten dieses Welttheils eine Heimat, von ganzer oder halber Barbarei begünstiget. Ihr Verbreitungsbezirk war geograhisch genau begrenzt, er reichte nicht weiter als die Machtgebiete Rußland’s, der Türkei und der Donaufürstenthümer, d. h. genau soweit, als der Schauplatz jenes Kriegsdrama’s, dem jetzt sein Epilog in einer Conferenz der Signatarmächte bereitet werden soll. Und doch schwieg die Judenfrage, sie, die am peinlichsten von dem blutigen Waffenspiele tangirt war. […]
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AUTOR*IN UNBEKANNT: FRAUEN IN DEN GROSSSTÄDTEN

Die alten Mönche hatten gut reden, wenn sie den Satz aufstellten: mulier taceat in ecclesia (das Weib hat in der Kirche zu schweigen); wußten sie ja, daß die Kirche im Weibe nicht schweigen werde. Das Element der Kirchlichkeit, des positivreligiösen Lebens wird einzig und allein vom Weibe getragen und erhalten. Der Mann mag spitzfindige Dogmen ersinnen, theologische Syste- me erbauen, in metaphysischen Haarspaltereien sich versuchen, der Mann ist Bilderstürmer, zu- weilen Kirchenrebell, Altarstürzer, aber nur in seltenen Fällen Träger der erhaltenden Idee, Reprä- sentant jenes religiösen Seelenlebens, das jeder Kritik unnahbar und Klügeleien gegenüber gefeiet im innersten Gemüthe sitzt. […]
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BARBER, IDA: BETENDE FRAUEN (EINE TEMPELSTUDIE.)

Am Versöhnungstage versammelt Gott alle seine Getreuen um sich. In Nord und Süd, in Ost und West wird dieser Tag bei Arm und Reich, von allen Juden gefeiert. Die Frommen fasten und beten von Abend zu Abend, die Reformirten gestatten sich einen kleinen Morgenimbiß und einige Pausen während der 24 stündigen Zeit, in der der Allmächtige zu Gericht sitzt und als liebender Vater Verzeihung und Erhörung gewährt. Schaarenweise wandern sie hin zum Tempel, die Frauen geschmückt mit kostbaren Gewändern, Edelsteinen und Perlen. Früher war es sogar Sitte, in weißen Kleidern im Tempel zu erscheinen und manche brünette Schöne wußte in dem einfachen Wollgewande so viel verführerische Reize zur Geltung zu bringen, daß sie anmuthiger erschien, als in Brocat und schillernder Seide. […]
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BAUM, OSKAR: DIE FRAU UND DIE REVOLUTION

Wir geben hier den Vortag des bekannten Prager Dichters wieder, den dieser im Rahmen der politisch informatorischen Vorträge der Prager Ortsgruppe des V. j. F. hielt. Sind die Frauen die Hälfte der Menschheit? Ich meine: Tragen sie die Hälfte der Leiden und die Hälfte der Leistungen? Was die Leiden betrifft, dürfte es wohl bei weitem die größere Hälfte sein, aber die Leistungen, die aufwärts reißenden Ergebnisse und Taten stehen in beleidigendem Mißverhältnis fast nur bei den Männern. […]
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BAUM, OSKAR: GHETTOLIEDER

„Als sie aber den Chor der Propheten begeisterte Lieder singen und Samuel an ihrer Spitze sahen, kam auch über die Boten Sauls der Geist Gottes und auch sie sangen begeisterte Lieder. Saul begab sich wutentflammt nach Rama, um den Rivalen, seinen Peiniger David, auch an der heiligen Zufluchtsstätte zu fassen, aber die Macht der Musik überwältigte selbst seinen angstgereizten Haß. Er geriet ins Rasen, sang verzückt, riß sich die Kleider vom Leibe und blieb zuletzt eine ganze Nacht erschöpft im freien Felde liegen.“ (Erstes Buch, Samuel, 19, 20–24.) […]
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BENJAMIN II, ISRAEL JOSEF: AMERIKANISCHE ZUSTÄNDE

Der Geist Amerikas in gegenwärtiger Zeit. Vor uns liegt eine kleine Broschüre, ein Vortrag, der von einer Dame über „Amerika und seine Bestimmung“ zu Newyork gehalten wurde, da, wie sie sagte, „die Geister“ ihr diesen Ort hiefür bestimmt hatten. Die Sache fand Glauben, und man strömte von allen Seiten herbei, um den Eingebungen des Geistes, der die Dame beherrsche, zu lauschen. Die Eine Thatsache charakterisirt den Geist Amerikas; es ist zu beklagen, daß solch’ eine grobe Bethörung Bewunderer und Anhänger unter einem Volke finden konnte, welches Morse und Mitchell in seiner Geographie „das am meisten erleuchtete“ titulirt.[…]
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BIALIK, CHAIM NACHMAN: OFFENBARUNG UND VERHÜLLUNG IN DER SPRACHE

Die Menschen streuen an jedem Tage, absichtlich und in ihrer Einfalt, eine Fülle von Worten in den Wind mitsamt ihren mannigfachen Verbindungen, und nur wenige von ihnen wissen oder bringen sch zum Bewußtsein, was jene Worte in den Tagen ihrer Macht gewesen sind. Wie viele von den Worten kamen nur nach schweren Geburtswehen, die viele Geschlechter lang währten, zur Welt; wie viele leuchteten jäh wie Blitze auf und erhellten in einem Fluge eine ganze Welt; durch wie viele zogen und wanderten ganze Scharen lebender Seelen; die eine ging, die andere kam, und jede ließ Schatten und Duft hinter sich zurück: wie viele dienten als Gefäße für den feinen und überaus komplizierten Mechanismus tiefer Gedanken und erhabener Gefühle in ihren wunderbarsten Verbindungen und Verknüpfungen. […]
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BLOCH, CHAJIM: DIE OSTJUDEN

Es mag auf den ersten Blick befremden, diese zwei Fragen nebeneinander gestellt zu sehen: doch scheinen sie mir mehr als ein Gemeinsames zu haben. Zu mindest handelt es sich in beiden Fällen um einen Kampf, einen Kampf mit ungleichen Waffen gegen einen stärkeren, mächtigeren Feind. […]
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BLUM, KLARA: ARBEITERINNENBEWEGUNG IN PALÄSTINA

Der Kampf der jüdischen Arbeiterin ist ein dreifacher: er richtet sich gleichzeitig gegen die Ausbeutung des Proletariats, gegen die Sonderstellung der jüdischen Massen und gegen die Entwertung der Frau. Er verläuft unter gehäuften Schwierigkeiten und gerade darum unter dem Hochdruck revolutionärer Spannung. Ueber den bisherigen Ablauf dieses Befreiungswerkes berichten zwei Bücher aus dem roten Palästina, beide im Verlag des Arbeiterinnenrates in Tel-Aviv erschienen. […]
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COHEN, LIONEL L.: EINE WARNUNG AUS ENGLAND

„Geehrter Herr Redacteur! Als Präsident der hiesigen jüdischen Armencommission halte ich es für meine Pflicht, vermittelst Ihres weit verbreiteten Organes einen eindringlichen Warnungsruf an unsere Glaubensbrüder in Deutschland, Rußland und Oesterreich ergehen zu lassen, um ihnen von einer Einwanderung nach hier, in der Erwartung, entweder hier einen Lebensunterhalt zu finden, oder von hier aus zur Weiteremigration nach Amerika assistirt zu werden, auf das Allerentschiedenste abzurathen. […]
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COHN, HANNA HELENE: DIE NEW YORKER JÜDIN

Es mag auf den ersten Blick befremden, diese zwei Fragen nebeneinander gestellt zu sehen: doch scheinen sie mir mehr als ein Gemeinsames zu haben. Zu mindest handelt es sich in beiden Fällen um einen Kampf, einen Kampf mit ungleichen Waffen gegen einen stärkeren, mächtigeren Feind. […]
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EUGEN HOEFLICH [REZ.] ZU: PAUL COHEN-PORTHEIM: „ASIEN ALS ERZIEHER“

Cohen gehört zu jenen Idealisten, die an die Möglichkeit einer Synthese Asiens mit Europa glauben. Er versucht in einer Anzahl von Essays die Gegensätze zwischen Orient und Okzident auf verschiedenen Gebieten zu erfassen – gut geschaut sind eigentlich nur die Gegensätze in der Kunst – und aus dem großen Widerspruch östlichen Universalismus zu westlichem Individualismus Möglichkeiten zu finden, die nicht vorhanden sind und die weder aus der bisherigen Geistesgeschichte der beiden Gegenpole noch aus ihrer wahren geistigen Veranlagung zu finden sind. […]
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FELIX SALTEN: ABFALL VOM JUDENTUM*

Als die Veranstalter dieses Abends mich fragten, über welches Thema ich sprechen will, sagte ich ohne Besinnen: Ueber den Abfall vom Judentum. Ich dachte, jetzt werde ich endlich sagen können, was ich auf dem Herzen habe, werde mich endlich über diese Dinge aussprechen können, die mir so viel Ekel, Verdruß, Beschämung bereitet haben. Je näher aber der Abend kam, desto deutlicher und ängstlicher kam es mir zu Bewußtsein, daß es sehr schwer ist, über den Abfall vom Judentum zu sprechen; das ist eine so persönliche Angelegenheit und in allen ihren Zusammenhängen so empfindlich, daß man eigentlich nur mit jemand darüber sprechen kann, mit dem man sehr intim ist. […]
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FISCHMANN, ADA: DIE ARBEITERIN (EIN REFERAT, GEHALTEN AUF DER LANDWIRTSCHAFTLICHEN KONFERENZ)

Das Referat soll die Frage von allen Seiten umfassen. Von der Tribüne dieser Tagung, die auch die Wiege der Arbeiterinnenbewegung war, müssen diese Worte gehört werden. Ich muß vor allem die Vorwürfe, die im Saale herumschwirren, beseitigen. Man glaubt, daß die Frage eine konventionelle ist und man sie von der Tagesordnung absetzen müsse. Diese Vorwürfe erregen Sorge. Es scheint, daß die Uebereinstimmung, die im Herzen von allen äußeren Anstalten bis zu unseren Anstalten zu schlagen begonnen hat, Zeichen der Erstarrung zu bringen scheinen, und dies ist gefährlich. Es gab eine Zeit, da wir forderten und an Reformen und Aenderungen der Weltordnung glaubten.[…]
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FRANKL, LUDWIG: DER ALTE UND DER NEUE FRIEDHOF DER JUDEN

Bald werden einsam ruhen hier die Todten, Noch nahen Wehmuth, Schmerz den Friedhofsteinen, Doch immer selt`ner werden sie erscheinen, Allmälig lös`t der Tod die Liebesknoten.  Es kommen neue, künftige Geschlechter, Kaum können Spruch und Namen sie noch lesen, Wer sind die längst Vermoderten gewesen? […]
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GOLDMANN, KARL: NATHAN UND SHYLOK. LITERARISCHE SKIZZE

I. Wohl in der ganzen Literaturgeschichte dürfte es nicht zwei Repräsentanten eines und desselben Stammtypus geben, welche in so diametraler Richtung einander gegenüberstehen, wie Na- than und Shylok. Wird der Jude schon im gewöhnlichen Leben als Hauptvertreter der materialisti- schen, nur auf das rein Praktische gerichteten Lebensweise anerkannt, um wie viel ungerechtfer- tigter, – so die Ansicht sehr Vieler, – demselben in der Poesie einen Platz geben zu wollen.[…]
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GRUNWALD, MAX: EUROPA ERWACHE!

Es mag auf den ersten Blick befremden, diese zwei Fragen nebeneinander gestellt zu sehen: doch scheinen sie mir mehr als ein Gemeinsames zu haben. Zu mindest handelt es sich in beiden Fällen um einen Kampf, einen Kampf mit ungleichen Waffen gegen einen stärkeren, mächtigeren Feind. […]
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HEINE, HEINRICH: DER RABBI VON BACHARACH (1840)

Dem letzten (50.) Heft der von Siegfried Jacobsohn herausgegebenen „Schaubühne“, die in der letzten Zeit immer weiter gewachsen, immer reicher an gehaltvollen Beiträgen geworden ist und die, längst ihrem ursprünglich gesteckten Rahmen entwachsen, heute in lebendiger Frische wie kaum eine andere Wochenschrift ähnlicher Art alle Probleme der Zeit behandelt, entnehmen wir den Beginn der folgenden Arbeit, die man schon jetzt, da wir die Fortsetzung nicht kennen, als einen der wertvollsten Beiträge zur ostjüdischen Frage bezeichnen kann. Einzelne Gedanken des Aufsatzes werden vielleicht einmal von grundlegender Bedeutung werden. Wie richtig ist z. B. die Bemerkung, daß der Ostjude „zu fühlen bekommt, was uns zugedacht ist, und auch unsere Sünden büßt. […]
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HERZ, MARKUS: FRAGMENT AUS EINER ABENDUNTERHALTUNG IN DER FESSLERSCHEN MITTWOCHSGESELLSCHAFT: 1. DER ÜBERLISTIGTE TOD, EIN JÜDISCHES MÄHRCHEN

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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HERZ, MARKUS: FREYMÜTHIGES KAFFEGESPRÄCH ZWOER JÜDISCHEN ZUSCHAUERINNEN ÜBER DEN JUDEN PINKUS, ODER ÜBER DEN GESCHMACK EINES GEWISSEN PARTERRS

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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HIRSCH, LEO: DER JUDE IN DER DEUTSCHEN LANDSCHAFT II. DER POSENER JUDE

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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HOEFLICH, EUGEN: BOLSCHEWISMUS, JUDENTUM UND DIE ZUKUNFT (ENTWURF ZU EINEM ESSAY.)

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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HOEFLICH, EUGEN: HEFKER

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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HOFMANN, MARTHA: ARTHUR SCHNITZLER UND THEODOR HERZL

Dem letzten (50.) Heft der von Siegfried Jacobsohn herausgegebenen „Schaubühne“, die in der letzten Zeit immer weiter gewachsen, immer reicher an gehaltvollen Beiträgen geworden ist und die, längst ihrem ursprünglich gesteckten Rahmen entwachsen, heute in lebendiger Frische wie kaum eine andere Wochenschrift ähnlicher Art alle Probleme der Zeit behandelt, entnehmen wir den Beginn der folgenden Arbeit, die man schon jetzt, da wir die Fortsetzung nicht kennen, als einen der wertvollsten Beiträge zur ostjüdischen Frage bezeichnen kann. Einzelne Gedanken des Aufsatzes werden vielleicht einmal von grundlegender Bedeutung werden. Wie richtig ist z. B. die Bemerkung, daß der Ostjude „zu fühlen bekommt, was uns zugedacht ist, und auch unsere Sünden büßt. […]
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HOFMANN, MARTHA: AUSSEN UND INNEN

Dem letzten (50.) Heft der von Siegfried Jacobsohn herausgegebenen „Schaubühne“, die in der letzten Zeit immer weiter gewachsen, immer reicher an gehaltvollen Beiträgen geworden ist und die, längst ihrem ursprünglich gesteckten Rahmen entwachsen, heute in lebendiger Frische wie kaum eine andere Wochenschrift ähnlicher Art alle Probleme der Zeit behandelt, entnehmen wir den Beginn der folgenden Arbeit, die man schon jetzt, da wir die Fortsetzung nicht kennen, als einen der wertvollsten Beiträge zur ostjüdischen Frage bezeichnen kann. Einzelne Gedanken des Aufsatzes werden vielleicht einmal von grundlegender Bedeutung werden. Wie richtig ist z. B. die Bemerkung, daß der Ostjude „zu fühlen bekommt, was uns zugedacht ist, und auch unsere Sünden büßt. […]
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IMMERWAHR, W.: ZUR GESCHICHTE DER JUDEN IN OBERSCHLESIEN

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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JELLINEK, ADOLF: DANTE ALS VERTHEIDIGER DES TALMUD

Als hätte der Talmud es geahnt, daß eine Zeit kommen würde, in welcher Eisenmenger und seine Abschreiber ihn verspotten und lächerlich machen würden, schrieb er, daß man die Hagada oder den allegorischen und poetischen Theil desselben nicht plumpen Geistern mittheilen soll, da sie mit ihren rauhen Fäusten den zarten Blüthenstaub, der die edlen Pflanzen der Hagada bedeckt, wegwischen und diese verunstalten würden. Ja, die Hagada gleicht einem lieblichen, duftenden Blumenbeete, in welches man nicht mit täppischer Hand hieneingreifen darf, um sich mit den farbenreichen Blüthen und Blättern zu freuen. […]
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JÓKAI, MORITZ: WIE ICH PHILOSEMIT GEWORDEN BIN. ERINNERUNG AN ALTE ZEITEN

Soll ich’s leugnen? Auch ich war als Kind Antisemit; so wie es jeder unentwickelte Mensch ist. Die Mägde hatten mir den Kopf vollgemacht damit, daß die Juden an ihrem Osterfest das Blut christlicher Kinder benützen und zwischen unserem Hause und der Schule lag die Baranyay’sche Kurie, in der Juden wohnen durften. Auch der Schächte hauste dort. Jeden Tag sah ich, wie die Gänse mit den durchschnittenen Hälsen zum Thore hinaus gehängt wurden und meine Phantasie ergänzte das Uebrige. […]
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KAPRALIK, A.: DIE PATRIARCHEN DES OSTENS

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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KATZ, F.: MEINE ERSTE DAMENBEKANNTSCHAFT

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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KAZNELSON, RACHEL: ZWISCHEN ZWEI SPRACHEN

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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KOMPERT, LEOPOLD: AUF, NACH AMERIKA

Uns ist keine Hilfe gekommen! Die Sonne der Freiheit ist für das Vaterland aufgegangen, für uns nur als blutiges Nordlicht; die Lerchen der Erlösung schmettern in freier Luft; für uns sind es nur kreischende Möven des Sturmes. Schamröthe und bebender Zorn überwältigen uns, denken wir an das Fürchterliche, an das Haarsträubende, was uns die letzten Wochen angethan![…]
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KOMPERT, LEOPOLD: DIE „SCHNORRER“. AUS DEM BÖHMISCH-JÜDISCHEN LEBEN

Umsonst versuchten wir es hier, die etimologische Abstammung des Wortes Schnorrer zu beweisen; es hat keine, oder es hat deren zu viele, wie der Jargon, dem es angehört, das vielfarbige Kind von tausend Eltern ist, ein Augiasstall aller Sprachen des Morgen- und Abendlandes, eine chirurgische Stube voll zerbrochener und verrenkter Gliedmaßen, worunter nur zuweilen eine gesunde Nase oder ein ganzes Schlüsselbein bunt abenteuerlich dazwischen läuft. Dieser Jargon, wir wollen es nicht verhehlen, es ist derselbe, den man nicht nur in den Ghettos, sondern überall in den deutschen Landen, wo man ihm nicht durch verbriefte Privilegien die Thüre vor der Nase zuschlägt, auf Straßen und Gassen zu hören bekommt.[…]
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KOMPERT, LEOPOLD: DIE BEIDEN SCHWERTER

Vier Wochen nach diesem Besuche Josefs des Zweiten auf dem Pfarrhofe in Kojetein langte an den Dechanten eine aus dem kaiserlichen Kabinette herrührende beträchtliche Geldsumme mit der Weisung an, diesen Betrag dem jungen „Samuel“ Fingerhut für die „vorzuhabende Reise“ einzuhändigen.[…]
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KOMPERT, LEOPOLD: NICHT STERBEN KÖNNEN. EINE LEGENDE AUS DEM GHETTO.

Uns ist keine Hilfe gekommen! Die Sonne der Freiheit ist für das Vaterland aufgegangen, für uns nur als blutiges Nordlicht; die Lerchen der Erlösung schmettern in freier Luft; für uns sind es nur kreischende Möven des Sturmes. Schamröthe und bebender Zorn überwältigen uns, denken wir an das Fürchterliche, an das Haarsträubende, was uns die letzten Wochen angethan![…]
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KUPFERBERG, ALFRED: DEUTSCHE JUDEN IM JÜDISCHEN LAND

Es mag auf den ersten Blick befremden, diese zwei Fragen nebeneinander gestellt zu sehen: doch scheinen sie mir mehr als ein Gemeinsames zu haben. Zu mindest handelt es sich in beiden Fällen um einen Kampf, einen Kampf mit ungleichen Waffen gegen einen stärkeren, mächtigeren Feind. […]
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LESSING, THEODOR: ALTER JUDENFRIEDHOF

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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LESSING, THEODOR: WAS ICH VON DER JÜDISCHEN JUGEND ERHOFFE

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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MEHRERE AUTOR*INNEN: ZUR FRAGE DER ZIONISTISCHEN FRAUENVEREINE

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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MENSCH, ELLA: DER ZIONISMUS UND DIE JÜDISCHE FRAU

Der Zionismus zählt zu den edelsten und gerechtesten sozial-religiösen Bewegungen unserer Zeit. Aber er ist in der Hauptsache noch eine Männerbewegung, in welcher die Frau noch so gut wie gar nicht die ihr gebührende Rolle eingenommen hat. In „Altneuland“* von Theodor Herzl wird wohl das weibliche Element in die erwachende palästinensische Zukunftskultur hineingezogen, aber niemals geht von ihm eine Initiative aus. […]
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MENZEL-POMERANZ, ROSA: DIE OSTEUROPÄISCHE JÜDIN UND EREZ ISRAEL

Es gibt zwei Typen derselben: die „russische“ und die „polnische“ Jüdin. Die politischen Verhältnisse vor dem Kriege, besonders die Paßschwierigkeiten seitens Rußlands nach hüben und drüben, die Unberechenbarkeiten für eines Aufenthaltes für Fremde in dem Zarenstaate, hatten die beiden großen Judengruppen Osteuropas einander entfremdet und im Laufe der Jahrhunderte ziemlich tiefgehende Charakterunterschiede gezeitigt.[…]
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MOSENTHAL, SALOMON H.: DER TENORIST

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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MÜLLER, ANITTA: DIE JÜDISCHE FRAU UND DIE POLITIK

Die nächsten Tage sind zukunftsschwer. Sie tragen die Entscheidung in ihrem Schoße über Wert und Stellung der Parteien im neuen Staate. Dem Bilde im kleinen gesellt sich das Bild im großen; auf der Friedenskonferenz wird die Entscheidung fallen über Wert und Stellung der Völker. […]
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MÜLLER, KARL: JAROSLAV VRCHLICKY’S LUSTSPIEL „DIE RABBINERWEISHEIT“

Der erste böhmische Lyriker, der zweitbeste Epiker, ist heute auch schon nahe daran, der erste dramatische Schriftsteller des böhmischen Volkes zu werden. Emil Frieda, wie der unter dem Pseudonym Jaroslav Vrchlický schon weit über Böhmens Grenzen hinaus bekannte Poet eigentlich heißt, ist in jeder Beziehung eine phänomenale Erscheinung. Sowohl was Tiefe der Gedanken bei allen seinen Werken betrifft, die vor allem Andern Geist und nur Geist enthalten, als auch in Bezug auf Formvollendung, in der Vrchlický nicht seines Gleichen hat, ist er groß, aber geradezu verblüffend wirkt seine Fruchtbarkeit.[…]
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NATONEK, HANS: NATIONALSTOLZ

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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NEON: WARENHAUS! WARENHAUS!

Es mag auf den ersten Blick befremden, diese zwei Fragen nebeneinander gestellt zu sehen: doch scheinen sie mir mehr als ein Gemeinsames zu haben. Zu mindest handelt es sich in beiden Fällen um einen Kampf, einen Kampf mit ungleichen Waffen gegen einen stärkeren, mächtigeren Feind. […]
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NORDAU, MAX: BOLSCHEWISMUS UND JUDENTUM

Es mag auf den ersten Blick befremden, diese zwei Fragen nebeneinander gestellt zu sehen: doch scheinen sie mir mehr als ein Gemeinsames zu haben. Zu mindest handelt es sich in beiden Fällen um einen Kampf, einen Kampf mit ungleichen Waffen gegen einen stärkeren, mächtigeren Feind. […]
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NORDAU, MAX: THEODOR HERZL

Mehr als acht Tage sind es jetzt her, dass mich die entsetzliche Nachricht zerschmetternd getroffen hat, und ich habe mich von diesem Keulenschlag noch immer nicht erholt, und ich bin noch immer ganz davon betäubt, und ich muss noch immer eine qualvolle Anstrengung machen, um mir die Tatsache zu vergegenwärtigen,dass Theodor Herzl tot ist. […]
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OPPENHEIM, IDA: DIE GESCHWISTER

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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OPPENHEIM, IDA: IHRE KRONE

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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P. PHILLIPSON: DIE MARANNEN

Als hätte der Talmud es geahnt, daß eine Zeit kommen würde, in welcher Eisenmenger und seine Abschreiber ihn verspotten und lächerlich machen würden, schrieb er, daß man die Hagada oder den allegorischen und poetischen Theil desselben nicht plumpen Geistern mittheilen soll, da sie mit ihren rauhen Fäusten den zarten Blüthenstaub, der die edlen Pflanzen der Hagada bedeckt, wegwischen und diese verunstalten würden. Ja, die Hagada gleicht einem lieblichen, duftenden Blumenbeete, in welches man nicht mit täppischer Hand hieneingreifen darf, um sich mit den farbenreichen Blüthen und Blättern zu freuen. […]
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POMERANZ, ROSA: „DAS GESETZ . . . .“

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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ROHLFS, GERHARD: DIE JUDEN IN MAROKKO

Als hätte der Talmud es geahnt, daß eine Zeit kommen würde, in welcher Eisenmenger und seine Abschreiber ihn verspotten und lächerlich machen würden, schrieb er, daß man die Hagada oder den allegorischen und poetischen Theil desselben nicht plumpen Geistern mittheilen soll, da sie mit ihren rauhen Fäusten den zarten Blüthenstaub, der die edlen Pflanzen der Hagada bedeckt, wegwischen und diese verunstalten würden. Ja, die Hagada gleicht einem lieblichen, duftenden Blumenbeete, in welches man nicht mit täppischer Hand hieneingreifen darf, um sich mit den farbenreichen Blüthen und Blättern zu freuen. […]
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ROSENFELD, OSKAR: DAS PROBLEM EINER JÜDISCHEN KUNST

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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ROTH, JOSEPH: HIOB (1930)

Als hätte der Talmud es geahnt, daß eine Zeit kommen würde, in welcher Eisenmenger und seine Abschreiber ihn verspotten und lächerlich machen würden, schrieb er, daß man die Hagada oder den allegorischen und poetischen Theil desselben nicht plumpen Geistern mittheilen soll, da sie mit ihren rauhen Fäusten den zarten Blüthenstaub, der die edlen Pflanzen der Hagada bedeckt, wegwischen und diese verunstalten würden. Ja, die Hagada gleicht einem lieblichen, duftenden Blumenbeete, in welches man nicht mit täppischer Hand hieneingreifen darf, um sich mit den farbenreichen Blüthen und Blättern zu freuen. […]
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SALTEN, FELIX: ABFALL VOM JUDENTUM

Als hätte der Talmud es geahnt, daß eine Zeit kommen würde, in welcher Eisenmenger und seine Abschreiber ihn verspotten und lächerlich machen würden, schrieb er, daß man die Hagada oder den allegorischen und poetischen Theil desselben nicht plumpen Geistern mittheilen soll, da sie mit ihren rauhen Fäusten den zarten Blüthenstaub, der die edlen Pflanzen der Hagada bedeckt, wegwischen und diese verunstalten würden. Ja, die Hagada gleicht einem lieblichen, duftenden Blumenbeete, in welches man nicht mit täppischer Hand hieneingreifen darf, um sich mit den farbenreichen Blüthen und Blättern zu freuen. […]
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SALZBERG MAX I.: EIN BESUCH IM GHETTO

Als hätte der Talmud es geahnt, daß eine Zeit kommen würde, in welcher Eisenmenger und seine Abschreiber ihn verspotten und lächerlich machen würden, schrieb er, daß man die Hagada oder den allegorischen und poetischen Theil desselben nicht plumpen Geistern mittheilen soll, da sie mit ihren rauhen Fäusten den zarten Blüthenstaub, der die edlen Pflanzen der Hagada bedeckt, wegwischen und diese verunstalten würden. Ja, die Hagada gleicht einem lieblichen, duftenden Blumenbeete, in welches man nicht mit täppischer Hand hieneingreifen darf, um sich mit den farbenreichen Blüthen und Blättern zu freuen. […]
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SALZBERG, MAX I.: EIN BESUCH IM GHETTO

Es war an einem Donnerstag nach dem Markte. Die Bauern und die Händler, die sich den ganzen Tag zwischen den beladenen Wagen, Buden, Tieren und den mannigfaltigsten Waren rufend, schreiend, herumgetummelt hatten, zogen sich zurück. Mit ihnen verschwand auch der Lärm und nur der schwere, stickende Geruch, der aus den verödeten, schmutzigen Gassen aufstieg, verriet noch vom Leben und Treiben des Tages. Es schlug Mitternacht; die trüben Petroleumlaternen wurden ausgelöscht und das Städtchen R. verschwand in der Dunkelheit. Die Knarren der Nachtwächter hallten in der Dunkelheit.[…]
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SCHALOM, ASCH: JOSSEL, DER SCHAMMES

Durch den halbzerrissenen blauen Vorhang fallen Streifen Lichts auf das breite Bett, das das ganze kleine Stübchen ausfüllt. Das Licht fällt auf Leibels bleiches Gesicht, das ganz vergraben ist in Decken und Kissen; der Mund ist halb geöffnet, und die zwei Vorderzähne aus dem leeren Kiefer herausragend wie zerbrochene Scheiben aus einem Fenster. […]
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SCHALOM, ASCH: LEIBEL IN DER HEIMAT – LEIBEL IN AMERIKA

Durch den halbzerrissenen blauen Vorhang fallen Streifen Lichts auf das breite Bett, das das ganze kleine Stübchen ausfüllt. Das Licht fällt auf Leibels bleiches Gesicht, das ganz vergraben ist in Decken und Kissen; der Mund ist halb geöffnet, und die zwei Vorderzähne aus dem leeren Kiefer herausragend wie zerbrochene Scheiben aus einem Fenster. […]
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SCHEUER, MIRJAM: BEMERKUNGEN ZUR JÜDISCHEN LITERATUR VON HEUTE

Sokolow, der soeben seine Reise beendet, die nach den Triumphzügen Ussischkins und Weizmanns als die dritte Heerschau der letzten Monate über das aktionsbereite Judentum Europas gelten kann, – Sokolow schrieb eine Novelle „Der neue Jude“, die der Wiener Renaissanceverlag jetzt als Büchlein erscheinen läßt. Sie enthält den Werdegang eines Bochers, der tiefreligiös und von genialer Begabung, von allen Formeln politischer und ethischer Gegenwartsfragen unangefochten, zur Erkenntnis gelangt, daß „Jude sein“ wahre Religion wie wahre Volksarbeit in sich schließt und sein Leben als „persönlicher Zionist“ in Palästina aufbaut. […]
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SCHEUER, MIRJAM: RADIKALER ZIONISMUS

Die Schierigkeit, das Wesen des radikalen Zionismus darzulegen, ist identisch mit der Schwierigkeit, der zionistischen Ideologie das Supremat in unserer heutigen Arbeit zu sichern. Diese Schwierigkeit ist sehr groß, da die Behauptung, daß die zionistische Ideologie dieses Supremat verloren habe, als nicht diskutabel, fast als eine Beleidigung der Organisation empfunden wird. Während sich der Majoritätszionist ohne weitere Empfindlichkeit von seiner Leitung im Ijaraufruf sagen läßt, er müsse „in seinem Herzen begreifen lernen, was der Zionismus bedeute – und daß es keinen Ersatz für Zionismus und keine Abschwächung seiner Wahrheiten geben kann“, empfindet er die gleiche Feststellung im Programme der Radikalen als eine ungeheuerliche Verdächtigung.[…]
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SCHEUER, MIRJAM: WIR ZIONISTINNEN

Die Schierigkeit, das Wesen des radikalen Zionismus darzulegen, ist identisch mit der Schwierigkeit, der zionistischen Ideologie das Supremat in unserer heutigen Arbeit zu sichern. Diese Schwierigkeit ist sehr groß, da die Behauptung, daß die zionistische Ideologie dieses Supremat verloren habe, als nicht diskutabel, fast als eine Beleidigung der Organisation empfunden wird. Während sich der Majoritätszionist ohne weitere Empfindlichkeit von seiner Leitung im Ijaraufruf sagen läßt, er müsse „in seinem Herzen begreifen lernen, was der Zionismus bedeute – und daß es keinen Ersatz für Zionismus und keine Abschwächung seiner Wahrheiten geben kann“, empfindet er die gleiche Feststellung im Programme der Radikalen als eine ungeheuerliche Verdächtigung.[…]
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STEINER, FRANZ: OST UND WEST. ZUR OPPENHEIMER-DISKUSSION

In der jüdischen Presse ist seit dem Erscheinen des sensationellen Artikels des bekannten Nationalökonomen und Zionisten Franz Oppenheimers über „Nationalbewußtsein und Stammesbewußtsein“ in der „Welt“ vom 18. Februar ein lebhafter und bedeutungsvoller Meinungskampf über Ost- und Westjudentum entbrannt, an dem sich in erster Reihe die hervorragendsten Köpfe der jungjüdischen Bewegung beteiligen, ein frischer und ernster wissenschaftlicher Kampf, der – wie nicht anders zu erwarten stand – die vielfältigsten und verschiedenartigsten Anschauungen über Volkstum, Sprache, Rasse und Milieu, Kultur und Sitte, über Judentum und Zionismus zutage gefördert hat und noch lange kein Ende absehen läßt. […]
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SUSMAN, MARGARETE: DIE REVOLUTION UND DIE FRAU

Wir deutschen Frauen waren bisher noch weit weniger poli­tisch, als es die deutschen Männer waren. Wohl war es bei den Frauen auch weniger zu verwundern, daß sie sich den politi­schen Fragen fernhielten, weil sie keine Stimme in ihnen hat­ten. Aber das kann bei weitem nicht zur Erklärung ihrer unpoli­tischen Haltung ausreichen; gab es doch in anderen Ländern Frauen, die leidenschaftlich um diese Stimme kämpften, wäh­rend die deutschen Frauen, auch gerade die der gebildeten Stände, mit verschwindend wenigen Ausnahmen gar nicht das Bedürfnis hatten, in den öffentlichen Fragen mitzureden. […]
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SZÁNTÓ, SIMON: CAUSERIE ÜBER ERZIEHUNG DURCH JUDENDEUTSCH

Getreu unserm ursprünglichen Programme, welches die Geammtheit der Juden nur als Religionsgenossenschaft, aber nicht als Nationalität im politischen Sinne des Wortes bezeichnet haben will – vermieden wir es stets ein solidarisches Vorgehen in großen Staats- und Verfassungsfragen zu befürworten. Wir verlangen keine Parteidisciplin, welche die freie Meinung des Bürgers den Tendenzen der Klique zum Opfer bringt, wir wollen nicht, daß der Jude, als Jude seinen Bürgersinn bethätige.[…]
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SZÁNTÓ, SIMON: DER GALIZISCHE AUSGLEICH

Getreu unserm ursprünglichen Programme, welches die Geammtheit der Juden nur als Religionsgenossenschaft, aber nicht als Nationalität im politischen Sinne des Wortes bezeichnet haben will – vermieden wir es stets ein solidarisches Vorgehen in großen Staats- und Verfassungsfragen zu befürworten. Wir verlangen keine Parteidisciplin, welche die freie Meinung des Bürgers den Tendenzen der Klique zum Opfer bringt, wir wollen nicht, daß der Jude, als Jude seinen Bürgersinn bethätige.[…]
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SZÁNTÓ, SIMON: DER WANDERBETTLER. EINE KULTURHISTORISCHE SKIZZE

Die gegenwärtige Studie erschien vor mehr als zehn Jahren unter dem Titel „Fahrende Juden“ im Wiener Jahrbuch von Wertheimer, und dürfte somit nur wenigen Lesern noch gegenwärtig sein. Zur folgenden Umarbeitung sah sich aber der Verfasser durch Umstände veranlaßt, die in dem 3. ganz neu hinzugekommenen Abschnitte klar gemacht werden sollen. Das vormals erste Capitel, welches die mosaische Armenverfassung behandelte, schien mir mit dem hier beabsichtigten nicht zusammenzuhängen und ich beginne darum sofort mit der rabbinischen Vorschrift über die Verwaltung des Armenwesens.[…]
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SZÁNTÓ, SIMON: DIE „JÜDIN VON TOLEDO“

Die „Jüdin von Grillparzer“ sollte eigentlich unsere Uiberschrift lauten. Denn einerseits ist es der Titel eines im literarischen Nachlasse vorgefundenen Drama’s den wir für unsern heutigen Leader entlehnen; anderseits darf man die Heldin der verunglückten Tragödie füglich immer als eine Jüdin Grillparzerischer Mache ansehen, für welche die Wirklichkeit niemals ein Urbild geliefert noch inmitten unseres Stammes hätte liefern können. […]
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SZÁNTÓ, SIMON: SCHRIFT UND SPRACHE DES GHETTO

Als hätte der Talmud es geahnt, daß eine Zeit kommen würde, in welcher Eisenmenger und seine Abschreiber ihn verspotten und lächerlich machen würden, schrieb er, daß man die Hagada oder den allegorischen und poetischen Theil desselben nicht plumpen Geistern mittheilen soll, da sie mit ihren rauhen Fäusten den zarten Blüthenstaub, der die edlen Pflanzen der Hagada bedeckt, wegwischen und diese verunstalten würden. Ja, die Hagada gleicht einem lieblichen, duftenden Blumenbeete, in welches man nicht mit täppischer Hand hieneingreifen darf, um sich mit den farbenreichen Blüthen und Blättern zu freuen. […]
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TAUBER, CAMILLA: DIE JÜDISCHE FRAU IN AMERIKA

Um vollständig die heutige Stellung der amerikanischen Jüdin zu verstehen, ist es nöthig, daß wir uns auch ein wenig mit ihren Müttern und Großmüttern befassen. Noch vor dreißig Jahren wäre der Titel „amerikanische Jüdin“ ein ganz falsch gebrauchter gewesen. Einige isolirte dastehende Fälle ausgenommen, stand die Masse der in Amerika lebenden Jüdinnen durch ihre Denkweise, Gewohnheiten, Erziehung ganz unter dem Einfluß der Sitten ihres Geburtslandes.[…]
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TELLER, M.: KEINE STAATSRELIGION IM KONSTITUTIONELLEN ÖSTERREICH. EINE SKIZZIERTE BETRACHTUNG

»Auf nach Amerika!« tönt es von allen Seiten, »auf nach Amerika!« hieß es in dieser, hieß es auch in andern Zeitschriften. Ich will nicht die Herloßson’sche Tirade: »Nur nicht zur See!« mit allen ihren fantasiereichen Konsequenzen diesem Aufrufe entgegen stellen, weil vielleicht doch eine Zeit kommen könnte (was aber Gott verhüten möge), wo ich selbst in diesen Aufruf einstimmen werde, für heute frage ich nur: warum nach Amerika? Warum? – um dort frei zu sein! […]
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THALER, LEOPOLD: EPILOG ZUM HABIMA-EREIGNIS

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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VERTLIB, VLADIMIR: DIE AMBIVALENZ DER DIASPORAGEFÜHLE

Als hätte der Talmud es geahnt, daß eine Zeit kommen würde, in welcher Eisenmenger und seine Abschreiber ihn verspotten und lächerlich machen würden, schrieb er, daß man die Hagada oder den allegorischen und poetischen Theil desselben nicht plumpen Geistern mittheilen soll, da sie mit ihren rauhen Fäusten den zarten Blüthenstaub, der die edlen Pflanzen der Hagada bedeckt, wegwischen und diese verunstalten würden. Ja, die Hagada gleicht einem lieblichen, duftenden Blumenbeete, in welches man nicht mit täppischer Hand hieneingreifen darf, um sich mit den farbenreichen Blüthen und Blättern zu freuen. […]
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VIERTEL, BERTHOLD: OSTJUDEN

Dem letzten (50.) Heft der von Siegfried Jacobsohn herausgegebenen „Schaubühne“, die in der letzten Zeit immer weiter gewachsen, immer reicher an gehaltvollen Beiträgen geworden ist und die, längst ihrem ursprünglich gesteckten Rahmen entwachsen, heute in lebendiger Frische wie kaum eine andere Wochenschrift ähnlicher Art alle Probleme der Zeit behandelt, entnehmen wir den Beginn der folgenden Arbeit, die man schon jetzt, da wir die Fortsetzung nicht kennen, als einen der wertvollsten Beiträge zur ostjüdischen Frage bezeichnen kann. Einzelne Gedanken des Aufsatzes werden vielleicht einmal von grundlegender Bedeutung werden. Wie richtig ist z. B. die Bemerkung, daß der Ostjude „zu fühlen bekommt, was uns zugedacht ist, und auch unsere Sünden büßt. […]
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WALDECK, OSKAR: DAS JUDENTHUM UND DAS IDEALE ICH VOM PÄDAGOGISCHEN STANDPUNKTE

Die alten jüdischen Weisen lieben es in einem einzigen Satze ein ganzes Gedankensystem zu bieten, in gedrängter Kürze, mit wenigen, inhaltsschweren Worten große Gedankenkreise zu umschlingen. Wie der ruhige Wasserspiegel oft eine bodenlose Tiefe birgt, so liegt hinter den meisten ihrer Aussprüche ein endloses geistiges Gebiet. In der Seele dieser Männer mußte alles reifen. Ihre Sätze sind die Früchte eines ausgebildeten Gedankenganges. Die schwierigsten Denkoperationen überwältigt ihr geübter Geist. Mit einer seltenen Präcision analysirt ihr Denkproceß die verwandten Begriffe und Ideen, faßt im richtigen Schwerpunkt die verschiedenen Elemente eines geistigen Gebildes. […]
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WALDMANN, MOSES: DER SINN EINER SONDERSCHAU

Es mag auf den ersten Blick befremden, diese zwei Fragen nebeneinander gestellt zu sehen: doch scheinen sie mir mehr als ein Gemeinsames zu haben. Zu mindest handelt es sich in beiden Fällen um einen Kampf, einen Kampf mit ungleichen Waffen gegen einen stärkeren, mächtigeren Feind. […]
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WELTSCH, FELIX: DIE FRAUEN UND DIE ZIONISTISCHE ARBEIT

In der letzten Zeit sind zwei Publikationen der Wizo erschienen, welche es durchaus verdienen, aus dem besonderen Kreise der Wizo-Interessierten herausgehoben und der allgemeinen zionistischen Welt bekannt gemacht zu werden, so daß wir diese Frauenpublikationen mit Absicht diesmal hier in der Männerabteilung besprechen. Es ist dies die von Martha Hofmann herausgegebene Festschrift anläßlich des zehnjährigen Bestandes der Wizo (Titel: Zehn Jahre Wizo“) und die Broschüre „Bemerkungen zur Organisation und Propaganda“ von Mirjam Scheuer (herausgegeben von der tschechoslowakischen Wizo.* […]
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WELTSCH, FELIX: DIE SENDUNG SEMAELS. RITUALMORD IN UNGARN. ZUR AUFFÜHRUNG IM NEUEN DEUTSCHEN THEATER

Es ist für Juden, denen das Judentum freudig ergriffenes Schicksal ist, schwer, diesem Drama Arnold Zweigs gegenüber objektiv zu bleiben. Denn wir sind mit unserem ganzen Sein daran beteiligt, mit den Wunden und Qualen unseres Lebens in der Galuth, und mit den Gedanken und Gefühlen unserer höchsten Erhebung. Das Drama hat einen großen Vorwurf; den größten beinahe, den wir uns denken können.
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WELTSCH, FELIX: JÜDISCHE KUNST

Kunst ist Gefühlsgestaltung; im weitesten Sinne stets Expressionismus; Gestaltung der tiefsten Schicht der menschlichen Seele in einem bestimmten Material, in Worten, Tönen, Geschehnissen, Farben, Bewegungen. In dieses Material werden die Gefühle transponiert, sie werden gleichsam abgebildet, in Wahrheit neu gebildet, denn durch die Gestalt werden sie erst eine Einheit, ein Ganzes, unteilbar, gemeinsame, soziale Wirklichkeit. Zwei Urkräfte sind am Werk: die primäre Kraft des Erlebens, die Intensität des Gefühls, die zum Ausdruck drängt, ins Weite geht, auseinanderzuströmen droht, und die Gegenkraft des Einheitsstrebens, welche formt, Ganzheit schafft und so den Ausdruck erst ermöglicht.[…]
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WIENER, S.: DAS NEW-YORKER GHETTO UND DAS RUSSISCHE HILFSWERK

Als hätte der Talmud es geahnt, daß eine Zeit kommen würde, in welcher Eisenmenger und seine Abschreiber ihn verspotten und lächerlich machen würden, schrieb er, daß man die Hagada oder den allegorischen und poetischen Theil desselben nicht plumpen Geistern mittheilen soll, da sie mit ihren rauhen Fäusten den zarten Blüthenstaub, der die edlen Pflanzen der Hagada bedeckt, wegwischen und diese verunstalten würden. Ja, die Hagada gleicht einem lieblichen, duftenden Blumenbeete, in welches man nicht mit täppischer Hand hieneingreifen darf, um sich mit den farbenreichen Blüthen und Blättern zu freuen. […]
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WIESENTHAL, KARL: GÖTHE ÜBER DIE STREBSAMKEIT DER JUDEN

Im Januar-Heft des in Weimar erschienen Blattes „Minerva“ 1802, steht ein Aufsatz: „Das Em- porkommen der Völker in der Welt“ mit der Unterschrift: W. G. Der Herausgeber der „Minerva“ erklärt wenige Wochen früher, also zu Beginn des Jahres 1802, dass Göthe für sein Buch einige interessante Arbeiten zu liefern versprochen habe. Endlich wird auch der mit W. G. unterschriebene Aufsatz von Dr. Felix Martens in einer späteren Nummer eingehend besprochen – und hier erfährt der Leser, dass der Verfasser des Aufsatzes: „Das Emporkommen der Völker in der Welt“ kein geringerer als Göthe war. […]
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WILDE, GEORG: EINE MITTELMEER-REISE

Es mag auf den ersten Blick befremden, diese zwei Fragen nebeneinander gestellt zu sehen: doch scheinen sie mir mehr als ein Gemeinsames zu haben. Zu mindest handelt es sich in beiden Fällen um einen Kampf, einen Kampf mit ungleichen Waffen gegen einen stärkeren, mächtigeren Feind. […]
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WITTNER, DORIS: BESINNLICHE FAHRT INS LAND DER JUDEN

Als hätte der Talmud es geahnt, daß eine Zeit kommen würde, in welcher Eisenmenger und seine Abschreiber ihn verspotten und lächerlich machen würden, schrieb er, daß man die Hagada oder den allegorischen und poetischen Theil desselben nicht plumpen Geistern mittheilen soll, da sie mit ihren rauhen Fäusten den zarten Blüthenstaub, der die edlen Pflanzen der Hagada bedeckt, wegwischen und diese verunstalten würden. Ja, die Hagada gleicht einem lieblichen, duftenden Blumenbeete, in welches man nicht mit täppischer Hand hieneingreifen darf, um sich mit den farbenreichen Blüthen und Blättern zu freuen. […]
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WOLF, JOSEPH: INHALT, ZWECK UND TITEL DIESER ZEITSCHRIFT

Als hätte der Talmud es geahnt, daß eine Zeit kommen würde, in welcher Eisenmenger und seine Abschreiber ihn verspotten und lächerlich machen würden, schrieb er, daß man die Hagada oder den allegorischen und poetischen Theil desselben nicht plumpen Geistern mittheilen soll, da sie mit ihren rauhen Fäusten den zarten Blüthenstaub, der die edlen Pflanzen der Hagada bedeckt, wegwischen und diese verunstalten würden. Ja, die Hagada gleicht einem lieblichen, duftenden Blumenbeete, in welches man nicht mit täppischer Hand hieneingreifen darf, um sich mit den farbenreichen Blüthen und Blättern zu freuen. […]
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WOLFENSTEIN, ALFRED: JÜDISCHES WESEN UND DICHTERTUM

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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WOLFENSTEIN, ALFRED: VON DER DICHTUNG DES JUDEN

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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WOZNIANSKI, HEINRICH: WERBUNG AUF REISEN. ZUR A.-C.-SITZUNG

Als hätte der Talmud es geahnt, daß eine Zeit kommen würde, in welcher Eisenmenger und seine Abschreiber ihn verspotten und lächerlich machen würden, schrieb er, daß man die Hagada oder den allegorischen und poetischen Theil desselben nicht plumpen Geistern mittheilen soll, da sie mit ihren rauhen Fäusten den zarten Blüthenstaub, der die edlen Pflanzen der Hagada bedeckt, wegwischen und diese verunstalten würden. Ja, die Hagada gleicht einem lieblichen, duftenden Blumenbeete, in welches man nicht mit täppischer Hand hieneingreifen darf, um sich mit den farbenreichen Blüthen und Blättern zu freuen. […]
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YORK-STEINER, HEINRICH: BILDER VOM HAMBURGER ZIONISTEN-KONGRES

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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YORK-STEINER, HEINRICH: DAS MÄDCHEN VON KINERETH

Es war an einem der letzten Novemberabende des Jahres 1869 Frühzeitig war der Winter ins Land gezogen und hatte Feld und Au in eine dichte Schneedecke gehüllt und krächzende Raben schwebten in der bleischweren Luft und schmetterten weithin in die Ferne ihre unheimlichen Töne hinaus. – Hie und da ragte da kahle, dürre Geäste einer Linde und eines Ahorns über den Schnee hervor, von den Meilensteinen hingegen, die die Straße umsäumen, war nichts zu sehen. […]
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