Wolfssohn, Aaron Halle

Geb. 1765 in Nieder-Ehnheim im Elsaß, gest. 20.3. 1835 in Fürth (Kgt. Bayern, heute BRD). Aufklärer, Pädagoge, Schriftsteller.

Der Sohn eines am jüdischen Krankenhaus in Fürth tätigen Arztes wuchs vorwiegend in Fürth auf, übersiedelte 1785 nach Berlin, wo er in den Kreis um Moses Mendelssohn eintrat sowie an der Gründung des jüdischen Hilfsvereins Gesellschaft der Freunde (1792) mitbeteiligt war. Im selben Jahr ging er nach Breslau, wo er an der Königl. jüd. säkularen Wilhelms-Knabenschule als Lehrer tätig wurde und diese von 1804-1807 als Direktor leitete. Anschließend kehrte er aus gesundheitlichen Gründen nach Berlin zurück und wirkte als Privatlehrer der angesehenen Familie Beer, die einen der wichtigsten Salons jener Zeit unterhielt und aus der der Komponist Giacomo Meyerbeer entstammt, den er u.a. im Zuge seiner musikal. Ausbildung auf Reisen begleitete. Wolfssohn arbeitete ferner an der hebräischen Zs. Ha-Meassef mit und trat als Verfasser von (Familien)Komödien (z.B. Leichtsinn und Frömmelei, 1796, hebr.) sowie einer Programmschrift Jeschurun (1804) hervor.

Materialien und Quellen:

Eintrag von Ulrike Kollodzeiski in: haskala.net (Univ. Potsdam): https://www.uni-potsdam.de/en/haskala/haskala-in-biographien/halle-wolfsohn (mit ausführl. Bibliographie);

Literatur (Auswahl):

Jutta Strauss: Aaron Halle-Wolfssohn: A Trilingual Life. An Exemplary Life for the Interplay of Hebrew, German and Yiddish among 18th Century German Jewry, Diss. phil. Oxford 1995.

(in preparation)