Broder, Henryk M[arcin]
Geb. 20. 8. 1946 in Katowice (PL), seit 1958 in der BRD. Kritiker, Publizist, Blogger, Fernsehmoderator, Sachbuchautor.
Broder, dessen (jüdische) Familie, die mehrere KZs überlebt hat, 1957 aus der damaligen Volksrep. Polen ausreisten, wuchs zunächst in Köln auf, wo er auch sein Abitur ablegte und fing danach sofort an, publizistisch zu arbeiten, zunächst bei konkret, dann bei der Frankfurter Rundschau u.a. Magazinen (Spiegel, Die Zeit z.B.) wie Zeitungen (Jerusalem Post, Tagesspiegel, Welt u.am.). Sein Markenzeichen war alsbald die Kolumne und zugespitzte Polemik, die sich grundlegenden Fragen der jeweils aktuellen, kontrovers diskutierten politischen und kulturellen Themen bzw. Streitfragen widmeten. Zentralen Theme bildeten dabei die Positionierung zum Antisemitismus bzw. Antizionismus, Aspekte des Verhältnisses zu Israel, das ihn nach den Reaktionen auf die Geiselbefreiung von Entebbe (Uganda, 4.7.1976) mit der deutschen (u. internat.) Linken brechen ließ, zur Migration und zum kulturellen Selbstverständnis Europas. Diese sind Gegenstand sehr erfolgreicher wie umstrittener (Sach)Bücher wie z.B. Der ewige Antisemit (1986), mit dem Broder Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken (2006) oder Die letzten Tage Europas (2013). Zuletzt erschien, gem. mit R. Mohr das Buch Durchs irre Germanistan (2023).
Materialien und Quellen (Auswahl):
A. Müller-Stahl: Der geht viel zu weit. Rez. zu Broders Buch Der Nächste bitte! In: Die Welt 5. 8.2006;
Stellungnahme Broders im Innenausschuss des Deutschen Bundestags: Antisemitismus ohne Antisemiten (2008)
H.M. Broder: Migration? Nur positiv sprechen. Fühle mich verarscht… In: Welt-TV/youtube,
H. M. Broder zum sog. Berlinade-Eklat 2026: Welt-TV, 26.2. 2026;
(Streit)Interview H. M. Broder – Hamed Abdel-Samad: „Es findet ein Genozid statt“ – „Israel muss sich wehren“. In: Jüdische Allgemeine, 7.3. 2026;
(PHK, in preparation)




