Holitscher, Arthur
Geb. 22.8. 1869 in (Buda)Pest (k.k. Österreich-Ungarn), gest. 14. 10. 1940 in Genf (CH). Kritiker, Reiseautor, Schriftsteller.
Nach seiner Matura wurde der aus einer großbürgerlichen jüdischen Kaufmannsfamilie stammende Holitscher einige Jahre Bankangestellter in Budapest, Fiume (heute: Rijeka) und Wien, wandte sich aber schon zu Beginn der 1890er Jahre dem Schreiben zu. Sein Debut hatte er mit dem Band naturalistischer Novellen Leidende Menschen (1893), dem der Roman Weiße Liebe 1896 (beide bei A. Langen) folgte. Seit 1895 verkehrte er im Pariser Anarchisten- aber auch Künstlermilieu, doch schon 1896 übersiedelte er nach München, um dort im Simplicissimus Redakteur zu werden. Ab 1905 erschienen nahezu alle Texte bei S. Fischer (Berlin), so v.a. jene, die ihn als (Reise)Schriftsteller durchsetzten: Amerika heute und morgen (1912), Drei Monate Sowjetrussland (1921), Reise durch das jüdische Palästina (1923), Es geschah in Moskau (1929) oder Wiedersehen mit Amerika (1930). 1908 legte er, lange vor G. Meyrink, seine ‚Ghettolegende in drei Aufzügen‘ Der Golem vor.
Materialien und Quellen:
M.S.: Der Golem. In: Jüdische Volksstimme, 10.12. 1908, S. 10; Felix Salten: Neuer Weg. In: Pester Lloyd, 20. 10. 1912, S. 1-2; Ankündigung von Drei Monate Sowjet-Russland. In: Das Tage-Buch, Nr. 11/1921, S. 349; Stefan Grossmann: Arthur Holitscher, der Leninist. In: Tage-Buch, Nr. 11, S. 334-336.
Eintrag im: ÖBL;
Eintrag von Heidelore Riss in: A.B. Kilcher (Hg.): Metzler Lexikon der deutsch-jüdischen Literatur, 2. Aufl. (2012), S. 239-241.
Forschungsliteratur (Auswahl):
Manfred Chobot: Arthur Holitscher (1869–1941). In: Literatur und Kritik, (2004), S. 99–111; Walter Fähnders: „Es geschah in Moskau“ von Arthur Holitscher. In: Walter Fähnders, Wolfgang Klein, Nils Plath (Hgg.): Europa. Stadt. Reisende. Blicke auf Reisetexte 1918–1945. Bielefeld: Aisthesis 2006, S. 85–106.
(PHK, work in progress)




