Lilien, Ephraim Moses
Geb. 23.5. 1874 in Dobrohycz (Galizien, k.k. Österreich-Ungarn, heute: UKR), gest. 17.7. 1925 in Baderweiler (Dt. Reich). Grafiker, Illustrator, Fotograf, Zeichner
Wegen bescheidener, fast ärmlicher Familienverhältnisse konnte Lilien zunächst keine Schule besuchen, sondern begann eine Lehre als Schildermaler. Dank finanzieller Hilfe von Verwandten war es ihm dann möglich, eine Realschule in Lemberg/Lwow/Lwiv zu absolvieren. Ab 1890 besuchte er eine Kunstschule in Krakau/Kraków, ging anschließend nach Wien und München, wo er erste Aufträge erhielt und bei einem Fotografiewettbewerb einen Preis gewann. 1899 übersiedelte Lilien nach Berlin, wo er sich über Illustrationen und ornamentale Jugendstil-Arbeiten bald als erfolgreicher Werbegrafiker und Buchillustrator etablierte. Unter letzteren ist z.B. die Illustration der deutschsprachigen Ausgabe der in New York zuerst auf Jiddisch erschienenen Lieder des Ghetto von Morris Rosenfeld (1899 bzw. 1902) herauszuheben. Obwohl er in Kreisen der Boheme verkehrte, blieb Lilien seiner Herkunft verbunden und befreundete sich mit zahlreichen Vertretern der zionistischen Bewegung, z.B. mit Buber, Feiwel und Trietsch, mit denen er gemeinsam 1902 auch den Jüdischen Verlag begründete. 1906 verehelichte sich Lilien mit der aus einer wohlhabenden jüdischen Familie stammenden Grafikerin Helene Magnus. Zwischen 1907 und 1914 erschienen mehrere von ihm illustrierte Bibelausgaben, dabei sehr erfolgreiche Prachtbände im Verlag G. Westermann. Den Ersten Weltkrieg, zu dem er sich 1916 freiwillig meldete, verbrachte er weitgehend als Zeichner und Fotograf an der osmanischen sowie an der Palästinafront, von der er 1918 als Leutnant nach Wien zurückkehrte. Nach dem Tod der Schwiegereltern übersiedelte Lilien mit seiner Gattin und den beiden Kindern 1920 nach Braunschweig, wo sie in das Haus der Fam. Magnus einzogen. Im Zuge eines Kuraufenthaltes nach einem 1924 erlittenen Infarkts verstarb Lilien überraschend.
Materialien und Quellen:
Eintrag in Salomon Winniger: Große Jüdische National-Biographie. Bd. 4. Czernowitzwork in progress mehr 1930, S. 115–116;
E.M. Lilien: Ein offener Brief (Jüd. Mäcene und Jüd. Kunst). In: Ost und West Nr. 2/1902, S. 109-114;
Eintrag in Collection rare books: https://www.lbi.org/collections/rare-books/em-lilien/;
Forschungsliteratur (Auswahl)
Lothar Brieger: E. M. Lilien – Eine künstlerische Entwicklung um die Jahrhundertwende. Berlin: Benjamin Harz 1922; Oz Almog, Gerhard Milchram (Hgg.): E. M. Lilien: Jugendstil, Erotik, Zionismus. Wien: Mandelbaum1998; Mark H. Gelber: E. M. Lilien und die jüdische Renaissance. In: Bulletin des Leo Baeck Instituts, 87 (1990), 45–53; Dirk Heißerer: Der Radierer und Lichtzeichner Ephraim MosesGeb. 1885 in Czernowitz; gest. 1954 in Paris. Feuilletonist, Redakteur, Schriftsteller. Mitarbeiter der zionistischen Ze... mehr Lilien (1874–1925). München: Galerie Michael Hasenclever 2004. Llynn M. Swarts: Eintrag (31.8. 2020) auf Zionist Women: https://www.tabletmag.com/sections/arts-letters/articles/emphraim-moses-lilien-women.
(PHK, in preparation)




