Lind, Jakov

Geb. 10. 2. 1927 als Heinz Landwirth in Wien, gest. 17.2. 2007 in London. Schriftsteller.

Aufgewachsen in einer Familie assimilierter (Ost)Juden und „verarmter Luftschlossbesitzer“, so in seiner Autobiographie Counting my steps/Selbstporträt (1969/1970), gelang es L. nach dem sog. Anschluss mit einem Kindertransport in die Niederlande zu gelangen, wo er, nach dem Überfall NS-Deutschlands einen zähen Überlebenskampf zunächst in einem zionistischen Kinderheim, dann unter geändertem Namen bzw. falscher Identität führte und u.a. als Schiffsjunge auf einem Rheinschlepper die NS-Herrschaft überdauerte. Nach 1945 begab er sich, auf der Suche nach einer neuen Existenz, zunächst nach Frankreich, Wien, wo er drei Monate am Max Reinhardt-Seminar arbeitete und studierte, und dann nach Israel, um von dort eher enttäuscht kurz in den deutschsprachigen Raum zurückzukehren und sich ab 1954 in Großbritannien/London niederzulassen. Seinen literarischen Durchbruch feierte er mit der Erzählsammlung Eine Seele aus Holz (1962).

 

Materialien und Quellen:

Eintrag von Jan Strümpel in: Metzler Lexikon der deutsch-jüdischen Literatur. 2. Aufl. (2012), S. 341-343.

Eintrag auf: http://jakovlind.com/life.shtml;

Eintrag auf: encyclopedia.com: https://www.encyclopedia.com/history/encyclopedias-almanacs-transcripts-and-maps/jakov-lind

(PHK, in preparation)