Luft, Gerda
Geb. 20.4. 1898 als G. Goldberg in Königsberg, Dt. Reich, gest.12.5. 1986 in Tel Aviv, dt.-israelische Journalistin, Sachbuchautorin und Schriftstellerin.
Die in Königsberg mit ihren aus Ostgalizien stammenden Eltern aufgewachsene G. Luft begann nach ihrem Abitur zunächst das Studium der Medizin an der Univ. Königsberg, übersiedelte jedoch 1919 nach Berlin, wo sie den linkszionistischen Aktivisten und Studenten der Nationalökonomie Chaim Arlosoroff kennenlernte, dessen Familie ebenfalls vor der Gefahr russischer Pogrome aus Ostgalizien nach Berlin geflüchtet war, und ging mit ihm eine Beziehung ein, aus der ihre Tochter Schulamit geboren wurde. In Berlin wechselte auch sie studienmäßig auf Nationalökonomie und verfasste bei Werne Sombart eine Dissertation, trat aber nicht mehr zum abschließenden Rigorosum an. Vielmehr entschied sich die junge Familie zur Alija und traf 1924 in Palästina ein, wo die Beziehung allerdings zerbrach und 1927 auch formell geschieden wurde. Während Arlosoroff Karriere in der Jewish Agency machte und an der Seite von Chaim Weizmann wirkte, fing Luft an, für die Jüdische Rundschau u.a. Organe, etwa die Neue Zürcher Zeitung, Palästina-Berichte zu verfassen, die maßgeblich das Bild des Landes bei deutschsprachigen zionistischen Leserinnen und Lesern bis 1938 mitgeprägt haben. 1942 zählte sie zu den (Mit)Gründerin einer sozialdemokratischen Partei; später war sie auch Mitarbeiterin der Jerusalem Post.
Materialien und Quellen:
Malgorzata Anna Maksymiak: ‚Ezer Ke Negdo‘ in Zionism. The Cases of Gerda Luft and Gabriele Tergit. In Medeaon, H. 14/2014Online unter: https://www.medaon.de/de/artikel/ezer-ke-negdo-in-zionism-the-cases-of-gerda-luft-and-gabriele-tergit/
(in preparation)




